Life Cycle Assessment - Ökobilanz

Nachhaltiges Bauen steht für die Bewertung des gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Es müssen also alle Prozesse zur Herstellung der Bauprodukte, der Bauwerkserstellung, des Gebäudebetriebs und der -erhaltung bis hin zum Rückbau bilanziert werden, um über seine Nachhaltigkeit zu urteilen.

Mein Ziegelhaus Lebenszyklus Ökobilanz

Für eine ökologische Bilanz müssen alle Ressourcen- und Energieaufwendungen analysiert werden, von der Rohstoffentnahme für die Produkte, über die Transporte und die Verarbeitungsschritte bis zur Auslieferung an den Kunden, den Baustellenprozess und die Gebäudeerstellung, über die Nutzungsphase bis hin zur Demontage und Entsorgung oder einem möglichen Recycling. Alles wird zu einem Modell zusammengefasst; die Summe der benötigten Ressourcen und Emissionen ergibt eine Sachbilanz. Diese wird anschließend unter Berücksichtigung der jeweiligen spezifischen Umweltwirkungen mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden zu Umweltindikatoren umgerechnet. Dadurch soll die Umweltrelevanz von Produkten oder Prozessschritten festgestellt, Alternativen ökologisch verglichen, Kennzahlen für ökologisches Produktdesign identifiziert und kontrolliert sowie Umweltkennzahlen öffentlich gemacht werden. Seit 2012 ist mit der DIN EN 15978 die Ökobilanzierung für ein gesamtes Gebäude europaweit genormt. Die Durchführung einer Ökobilanzstudie für Produkte und Baustoffe ist in der Normenreihe ISO 14040 und auf europäischer Ebene über die DIN EN 15804 geregelt. Für Ziegel von Mein Ziegelhaus liegt eine detailierte Ökobilanz vor, berücksichtigt sind: Abbau und Transport der Rohstoffe, die Aufbereitung, das Formen, das Trocknen, das Brennen sowie das Verpacken, Lagern und Verladen. Transport zur Baustelle, Verarbeitung, Nutzungsphase und Recycling des Ziegels werden nicht bei der Ökobilanzierung des Ziegels mit einbezogen, sondern in der Bilanz des Gebäudes berücksichtigt. Für die Ökobilanz eines Produktes ist das Kriterium „cradle to gate“ – von der Wiege bis zum Fabriktor. Dazu werden auf der Inputseite alle Stoffströme, die in das System eingehen und größer als 1% ihrer gesamten Masse sind, mehr als 1% zum Primärenergieverbrauches beitragen und deren Umweltauswirkungen größer als 1% der gesamten Auswirkungen sind, berücksichtigt.

Mein Ziegelhaus Lebenszyklus ÖkobilanzAbb.: Methode der Ökobilanz

Durch die Herstellung von einer Tonne Mauerziegel wird im Mittel aller Produkte ein Treibhauspotential (engl. Global warming potential, GWP) von 240 kg CO2 freigesetzt; ca. 80% für die Produktion und ca. 20% für Abbau und Aufbereitung der Rohstoffe. Für die Berücksichtigung des GWP auf Gebäudeebene ist aber nicht die Masse bezogene Angabe relevant, sondern die Werte, die konkret ein Bauteil beschreiben. In Bezug auf Ziegel sind das beispielweise die Angaben für einen m² Innen- oder Außenwand, wobei wiederum zwischen Ziegel für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mehrfamilienhäuser unterschieden werden muss. Für eine schlanke Innenwand mit d = 11,5 cm und der Rohdichteklasse 900 kg/m³ ergibt sich damit ein GWP von ca. 23 Kg CO2 äq./m². Für d = 36,5 cm dicke Außenwände sind für Ein- und Zweifamilienhäuser bei einer mittleren Rohdichte von 520 kg/m³ ca. 45 kg CO2 äq./m² anzusetzen, für die stabileren Ziegel des Geschosswohnungsbaus ca. 63 kg CO2 äq./m² bei einer mittleren Rohdichte von 720 Kg/m³. Für die Gesamtkonstruktion müssen zusätzlich für Innenwände ca. 8 und für Außenwände ca. 11 kg CO2 äq./m² für Innen- und Außenputz berücksichtigt werden.

Wesentlich ist, dass bei dieser Betrachtung nur das Produkt an sich herangezogen wurde. Über die Lebensdauer betrachtet werden aber zusätzliche Faktoren relevant, z. B. das Wärmedämmvermögen. Der Ziegel leistet während der Nutzungsphase im Gebäude einen wichtigen Anteil bei der Einsparung der Heizkosten. Die Berücksichtigung einer Lebensdauer von 50 oder sogar 100 Jahren bedeutet unmittelbar, dass der Wärmedurchgangskoeffizient die entscheidende Vergleichsgröße ist. Die CO2-Emissionen aus der „verheizten Energie“ übersteigen diejenigen aus der Produktion um ein Vielfaches. Demgegenüber wird beispielsweise ein Bewohner aus einer innerstädtischen Wohnlage eher den Lärmschutz als den Wärmeschutz als den relevantesten Parameter ansehen.

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Der ökologische Vergleich von Baustoffen oder -konstruktionen ist daher nur bedingt sinnvoll. Vielmehr muss das gesamte Gebäude, bzw. die unterschiedlichen Gebäudekonzepte vor dem Hintergrund der Gebäudenutzung und -erhaltung berücksichtigt werden. Für Bauprodukte ist daher ein „transparenter ökologischer Begleitzettel“ sinnvoll, der alle Kenngrößen enthält und sich wie ein Mosaikstein in einem Gesamtbild verhält. Diese Volldeklaration geschieht im Rahmen von Umwelt-Produktdeklarationen (engl. Environmental Product Declaration, EPD) die das Institut Bauen und Umwelt durch unabhängige Kommissionen erstellt.

Adresse

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Rheinufer 108
D-53639 Königswinter

Tel.: 02223 29667-80
Fax: 02223 29667-81
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