Informationssystem zur Nachhaltigkeitsbewertung

Bauprodukte werden grundsätzlich zusammen in einem System eingesetzt und entfalten ihre Leistungsfähigkeit über die Lebensdauer eines Bauwerks. Die Nachhaltigkeitsbewertung eines Gebäudes kann somit erst bei einer Gesamtbetrachtung erfolgen, für die die individuellen Informationen aller Komponenten zur Verfügung stehen müssen.

Ob Ziegel ökologisch oder nachhaltig sind lässt sich nicht aus der Produktherstellung klären, sondern über dessen Verwendung; ein hochwärmedämmender Ziegel wird erst dann nachhaltig, wenn er zum baulichen Wärmeschutz eines Wohngebäudes beiträgt. Die Verminderung des Wärmestroms durch die Außenwand, bzw. die eingesparte Heizenergie ist neben seiner funktionalen Leistungsfähigkeit in Bezug auf Statik, Feuchte-, Schall- und Brandschutz der entscheidende Faktor zur Beurteilung, ob seine Herstellung ökologisch sinnvoll war. Ergänzend und unabhängig davon bestimmen weitere Themen, wie beispielweise die Gesundheitsverträglichkeit, über die Nachhaltigkeit eines Produkts. Ziegel weisen bei dieser Gesamtbetrachtung, auch wegen ihrer langen Lebensdauer überdurchschnittliche Werte auf.

Die produktbezogenen Informationen sind letztlich nur dann sinnvoll und glaubwürdig, wenn sie sich in ein Gesamtsystem einpassen, das identische Rand- und Rahmenbedingungen vorgibt und eindeutige Untersuchungs- und Berechnungsmethoden vorschreibt. Aus diesem Grund haben sich die deutschen Bauprodukthersteller entschlossen ein Ökolabel zu verwenden, dessen Ziel keine Vorbewertung ist, sondern eine transparente Volldeklaration des Produktes und seines Herstellprozesses. Dieses Informationssystem benutzt Umwelt-Produktdeklarationen (engl. Environmental Produkt Deklaration, EPD) die nach internationaler Normung ein Ökolabel Typ III sind, d.h. nicht bewertend, transparent und glaubwürdig. Um dieses System zu entwickeln und zu überwachen wurde von den Bauprodukteherstellern ein Verein gegründet, das Institut Bauen und Umwelt (IBU). Diesem wiederum gehört ein unabhängiger Sachverständigenrat an, der sich aus Experten speziell zu den Themenfeldern Ökologie, Nachhaltigkeit und Bauproduktherstellung zusammensetzt und in dem unter anderem das Umweltbundesamt und das Ministerium für Bauen und Umwelt vertreten sind.

Modularer Aufbau der Ökobilanz in der EPD für Bauprodukte nach FprEN 15804

Inhalt der Ziegel-EPD sind folgende Angaben: Produktdefinition und bauphysikalische Eigenschaften, Grundstoffe und Stoffherkunft, Produktherstellung, Verarbeitung, Nutzungszustand, außergewöhnliche Einwirkungen und Nachnutzungsphasen, Ökobilanzierungsergebnisse, Nachweise und Prüfungen. Neben den bautechnischen Daten sind Angaben über die relevanten Produkt- und Anwendungsnormen enthalten. Informativ aufgelistet werden die Grundstoffe vom Rohstoffabbau bis zur Fertigstellung, der Herstellungsprozess, Hinweise zur Verarbeitung und zum Nutzungszustands sowie Hinweise für außergewöhnliche Einwirkungen wie Brand- oder Wasserschäden und zur Nachnutzungsphase. Im Anschluss daran erfolgt eine detailierte Ökobilanz. Die am gesamten Herstellungsprozess beteiligte Energie wird darin verrechnet. Im Sinne der Ökobilanzierung des Herstellungszyklus werden die einzelnen Schritte „cradle to gate“ – „von der Wiege bis zum Werkstor“ – sowie der Recyclingprozess beschrieben. Die EPD berechnet also nicht die Ökobilanz „cradle to grave“ – „von der Wiege bis zur Bahre“ –, da der Lebenszyklus in die abschließende Bilanzierung bei einem Gebäude eingeht. Damit Ergebnisse und Daten in der EPD überprüfbar sind, runden Literaturquellen die EPD ab.

Eine EPD ist also ein Informationsblatt, das allgemein, verbindlich, neutral und umfassend über den jeweiligen Baustoff Auskunft gibt: Von der Herstellung über die Verarbeitung bis hin zum Recycling. Dazu liefert sie die Ökobilanz der Baustoffherstellung sowie Angaben zu den Inhaltsstoffen sowie deren Verhalten in Bezug auf Freisetzung von Schadstoffen. So haben Bauherren und Planer alle Informationen über Energiebilanzen und Umwelteinwirkungen bis hin zur Auswirkung auf die Raumluft der deklarierten Produkte für ihr Bauvorhaben und können so das gesamte Gebäude in Zusammenarbeit mit Lebenszyklusexperten nachhaltig planen und berechnen. EPDs schaffen somit Transparenz zur Beurteilung von Baustoffen. Sie bewerten die enthaltenen Daten nicht, sondern geben die tatsächlichen Verhältnisse wieder. Die günstigen Ökobilanzwerte des Ziegels ergeben sich auch dadurch, dass keine weiteren Schichten oder Konstruktionen erforderlich sind um eine hochwertige und funktionale Wand zu erstellen. Die Umweltauswirkungen des Ziegels auf die Raumluft sind ja ohnehin vorbildlich.

Adresse

Mein Ziegelhaus GmbH & Co. KG
Rheinufer 108
D-53639 Königswinter

Tel.: 02223 29667-80
Fax: 02223 29667-81
E-Mail: info@meinziegelhaus.de

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Mein Ziegelhaus Mitglied Ziegelwerk Bellenberg
Mein Ziegelhaus Mitglied Juwö Poroton
Mein Ziegelhaus Mitglied Ziegelwerk Klosterbeuren
Mein Ziegelhaus Mitglied Ziegelwerk Lücking
Mein Ziegelhaus Mitglied Ziegelwerk Stengel
Mein Ziegelhaus Mitglied Zeller Poroton
Südwest Ziegel