Energieeinsparhäuser

Seit Februar 2002 regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV), wieviel Heizenergie ein Gebäude verbrauchen darf. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert den Bau dieser energieeinsparenden Gebäude durch zinsgünstige Darlehen.

Dabei wird nicht nur die Energie betrachtet, die zum Heizen verwendet wird, sondern der gesamte Jahres-Primärenergiebedarf. Also auch die Menge zum Wasser erwärmen, aber auch die Energie die nicht genutzt werden konnte.

Vier Gebäude-Typen lassen sich dabei in ihren wesentlichen Punkten wie folgt unterscheiden.

EnEV-Haus

Dieses Haus ist unter der Bezeichnung „Niedrigenergiehaus” bekannt. Damit wird ein sogenanntes 7-Liter-Haus bezeichnet, das jedoch seit Inkrafttreten der EnEV als Standard bezeichnet werden kann.

Kennzeichen sind:

  • kompakter Baukörper
  • möglichst Südorientierung
  • guter baulicher Wärmeschutz
  • Brennwerttechnik

KfW-60-Haus

Der Jahres-Primärenergiebedarf beträgt bis zu 60 kWh je m². Das entspricht einem Heizwärmebedarf von 3 bis 4 Liter Heizöl je m² beheizter Fläche. Wie werden diese Werte erreicht? Was unterscheidet das KfW-60-Haus vom EnEV-Haus?

Zusätzliche Kennzeichen dieses Haustypen sind:

  • Wärmebrückenreduzierung
  • Luftdichte Gebäudehülle
  • solare Unterstützung der Brauchwasser-Erwärmung.

Der staatliche Förderung kann je Wohneinheit bis zu € 30.000 betragen. Einige Regionen und Gemeinden geben weitere Fördergelder.

KfW-40-Haus

Das KfW-40-Haus erreicht mit zusätzlichen technischen Finessen noch bessere Werte. So beträgt der Jahres-Primärenergiebedarf bei diesem Gebäudetyp 40 kWh je m². Umgerechnet, entspricht das 2 bis 3 Liter Heizöl je m² beheizter Fläche.

Worin unterscheidet sich das KfW-40-Haus nun noch:

  • Wärmebrückenminimierung
  • solare Unterstützung der Heizungsanlage
  • geringer Stromverbrauch der Heizungsanlage
  • optimierte Thermostatventile
  • alternativ auch: Nutzung regenerative Energien wie z. B. Pelletheizung

Sonderformen: 3-Liter-Haus und Passivhaus

Der Jahres-Primärenergiebedarf entspricht beim 3-Liter-Haus dem des KfW-60-Haus und beim Passivhaus dem des KfW-40-Haus. Da beide Häuser häufig nur ihren Jahres-Heizwärmebedarf und nicht ihren gesamten Jahres-Primärenergiebedarf zugrunde legen, entsprechen diese Häuser nicht immer den Förderrichtlinien, wenngleich sie in der Werbung und in der breiten Öffentlichkeit eher bekannt sind.