Modernes Wohnen in Siedlerhausarchitektur

Im hessischen Ort Korbach hat das ortsansässige Architekturbüro Kleine und Potthoff für die Bauunternehmung Fr. Fisseler GmbH & Co.KG zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen und zwei Penthäusern realisiert. Für die Gestaltung wurden die Architektur der umliegenden Gebäude sowie der historische Kontext des Grundstücks mit einbezogen.

Das am Nordostrand des Rheinischen Schiefergebirges gelegene Städtchen Korbach blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück. Mit knapp 23.500 Einwohnern und einer malerischen Altstadt stellt die Kleinstadt den Idealtypus für ruhiges Wohnen in guter Versorgungslage dar. Kilianskirche und Nikolaikirche, zwei gut erhaltene gotische Hallenkirchen prägen zusammen mit dem historischen Tylenturm die Erscheinung der Altstadt. Bildung, Kunst und Kultur finden sich in Museen und Bücherei. Aber auch das Altstadtfest und die Freilichtbühne bieten Unterhaltung für Groß und Klein. Naturkundebegeisterte hingegen dürften sich für die Korbacher Spalte, die zweitälteste Fossilienspalte der Welt, begeistern.

Am Rande der Korbacher Altstadt, angrenzend an die historische Stadtmauer und lärmgeschützt durch einen alten Heckenbestand, hat das Architekturbüro Kleine und Potthoff zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen und zwei Penthäusern, die sich über zwei Etagen erstrecken, umgesetzt. Inmitten von Einfamilienhäusern und kleinen Mehrfamilienhäusern liegt das Grundstück in einen alten Baum- und Grünbestand eingebettet. Gärten und Grünflächen dominieren das alt gewachsene Wohnviertel. Kurze Wege zu Schulen, Gastronomie, Einzelhandel und Gesundheitswesen ermöglichen eine unkomplizierte Versorgung in allen Lebenslagen.

 

Die Grundform der beiden Gebäude bildet der Quader. Wintergärten und Balkone wurden diesem vorgesetzt und in rotblauem Klinker gemauert. Im Bereich der Penthäuser wurden statt Wintergärten Dachterrassen umgesetzt. Bild: Gerd Schaller/Mein Ziegelhaus

Siedlerhausarchitektur am Westwall

Bei der architektonischen Gestaltung wurde die Architektur der umliegenden Häuser aus dem frühen bis mittleren 20. Jahrhundert herangezogen. Kleine und Potthoff schufen zwei identische, aber baulich voneinander getrennte Gebäude mit je zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss mit Galeriecharakter.

Als Grundform wählten die Architekten den Quader. Wintergärten und Balkone wurden diesem vorgesetzt und in rotblauem Klinker gemauert. Im Bereich der Penthäuser wurden statt Wintergärten Dachterrassen umgesetzt. Sämtliche Grundrisse wurden zeitgemäß offen und großzügig konzipiert. Abgesehen von zwei runden Fenstern an den Giebelseiten führte man sämtliche Fensterelemente bodentief aus, um möglichst viel Tageslichteinfall zu ermöglichen. Insgesamt verfügen die Wohnungen über eine gehobene Ausstattung und eigene Kellerabteile. Beide Gebäude wurden außerdem mit Aufzügen erschlossen, um ein möglichst barrierefreies Wohnen zu gewährleisten.

Während die Fassade im Bereich der Vollgeschosse in schlichtem Weiß verputzt wurde, erhielt das Staffelgeschoss eine Fassadenverkleidung aus Schieferplatten. Auch das Dach wurde mit Schiefer-Schindeln gedeckt. So ergibt sich eine Dreiteilung der Baukörper in Basis, Dachaufsatz und vorgelagerte Wintergärten beziehungsweise Balkone.

In das Projekt wurde außerdem der historische Grünbestand des Grundstücks mit eingebunden. So konnten im nordwestlichen Teil mehrere alte Bäume, sowie an der Südostgrenze ein großer Solitärbaum vor der Fällung bewahrt werden. Ebenso wurde die bereits bestehende Hecke erhalten und dient nun als abschirmendes Element. Rückseitig wird das Grundstück von der historischen Stadtmauer flankiert, an deren Rand ein gemeinsamer Gehweg beide Gebäude sowie die gemeinschaftlichen Grünflächen miteinander verbindet. Beide Gebäude verfügen über separate Zufahrten von der Straße aus sowie über getrennte KfZ-Stellplätze und Müllhäuser. Auch Fahrradstellplätze sowie Garagen wurden eingeplant, um die bequeme Unterbringung von Fahrzeugen aller Art zu ermöglichen. Die Hauseingänge befinden sich jeweils auf der rückwärtigen Gebäudeseite und wurden somit dem Auge von Passanten entzogen.

 

Im hessischen Ort Korbach wurden zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Wohnungen und zwei Penthäusern gebaut. Für die Gestaltung wurden die Architektur der umliegenden Gebäude sowie der historische Kontext des Grundstücks mit einbezogen. Die unterschiedliche Fassadengestaltung schafft dennoch eine einzigartige Optik. Bild: Gerd Schaller/Mein Ziegelhaus

 

Die Bausubstanz

Bauherr und Architekt entschieden sich bewusst für den Baustoff Ziegel, der eine monolithische Bauweise ohne zusätzlichen Vollwärmeschutz möglich macht. Als eines der ersten von Menschenhand hergestellten Baumaterialien gilt der Ziegel auch heute als zukunftsweisendes und dabei äußerst ökologisches Bauprodukt.

Die innovativen Ziegelprodukte von Mein Ziegelhaus werden hinsichtlich ihrer technischen Eigenschaften stetig weiterentwickelt. Typischerweise besitzt der Ziegel hervorragende Schall- und Brandschutzeigenschaften, die ihn für den Einsatz im Geschosswohnungsbau prädestinieren. Insbesondere zeichnen sich die Ziegel aber durch ihre Wärmedämm- und Speichereigenschaften aus, die die Grundlage dafür bilden, dass Gebäude in monolithischer Ziegelbauweise alle KfW-Förderstufen erfüllen. Ebenso garantieren Ziegel stets ein optimales Raumklima, denn Ziegel sind feuchteausgleichend. Der mineralische Ziegel ist außerdem für Allergiker geeignet, da er keine Allergene beinhaltet.

Ziegelhäuser besitzen einen hohen Werterhalt und sind überdies wartungsarm und stabil. Ziegel ermöglichen individuelle und kreative Wohnungsgrundrisse und somit eine hervorragende Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes. Da er zudem als äußerst wirtschaftlich gilt, wird der Ziegel im Geschosswohnungsbau von vielen Architekten als unkomplizierter Baustoff bevorzugt.

Die beiden Mehrfamilienhäuser am Westwall wurden mit Ziegel gebaut. Sie besitzen dadurch einen hohen Werterhalt, sind wartungsarm und stabil. Da er zudem als äußerst wirtschaftlich gilt, wird der Ziegel im Geschosswohnungsbau von vielen Architekten als unkomplizierter Baustoff bevorzugt. Bild: Gerd Schaller/Mein Ziegelhaus

 

Energieeffizienz

Bei der Energiebilanz der Gebäude kommen die besonders guten Wärmeschutzeigenschaften des Ziegels zum Tragen. So kann auf eine zusätzliche Außendämmung verzichtet werden. Beide Gebäude werden mittels Fußbodenheizung erwärmt, deren wesentlicher Energieträger Gas ist. Erdgas ist im Vergleich zu anderen fossilen Energieträgern klimafreundlicher, da beim Verbrennungsvorgang weniger Kohlenstoffdioxid emittiert wird. Unterstützt wird die Wärmeversorgung durch Solarkollektoren, die bei der Brauchwassererwärmung helfen.

So gelang es Architekten und Planern, neben einem hohen Maß an Wohnqualität auch in energetischer und ökologischer Hinsicht ein hochwertiges Gebäude entstehen zu lassen.